Zugegeben: im Spätherbst sieht auch mein GG-Kasten nicht mehr so genial aus, wie noch im Sommer. Der erste Frost hat das letzte fröhliche Grün der Sommerpflanzen dahingerafft: Die Tomaten, Salatgurken und Zucchini sind durch für diese Saison. Die Blätter der Bohnen verwelken langsam aber sicher und das Basilikum hat sich wortwörtlich schwarz geärgert über die Temperaturen. Aber ein echter GG‘ler kennt keinen Winterblues!

 

Die Reste vom Sommergemüse entfernen

Auch wenn die meisten Pflanzen ihr Wachstum eingestellt haben, ist das noch lange kein Grund, alles rauszureißen. Aber Bettenwechsel steht im meinem GG-Kasten trotzdem an. Das Sommergemüse muss jetzt wirklich ausziehen: Alle vom Mehltau befallenen Pflanzen nehme ich raus. Tomaten, Salatgurken und Basilikum ebenfalls.

 

Kräuter abernten, trocknen oder einfrieren

Vor allem die mediterranen Kräuter vertragen Kälte nicht gut, deshalb ernte ich sie ab und hänge sie zum Trocknen in meiner Küche auf: Salbei, Thymian, Rosmarin und Oregano – mit eigenen getrockneten Kräutern können die Packungen aus dem Supermarkt nicht mithalten. Sieht zwar ein bisschen wie Karneval aus in meiner Küche aber der Duft ist betörend! Und Minztee aus getrockneten Blättern steht dem aus frischen Zweigen in nichts nach. Die Petersilie- und Schnittlauchpflanzen halten sich meist ganz tapfer bei Kälte. Irgendwann ernte ich sie meist auch ab und friere sie portionsweise ein. Petersilie am besten als ganze Zweige, so hält der Geschmack sich besser.

 

Ernten bis zum Jahresende

Jetzt wird es spannend, denn einige Gemüsepflanzen stehen noch 1a im Beetkasten! Hier lohnt es sich genau hinzusehen, was noch wie genutzt werden kann. Rote Beete und Möhren wachsen nicht mehr wirklich. Einige Wurzeln haben in den letzten Wochen noch ordentlich zugelegt, andere sind noch recht klein. Auf jeden Fall ernte ich alle Blätter. In Pfannengerichten, Salaten oder Smoothies sind sie eine wunderbare Zutat. Rote Beete und Möhren haben den praktischen Vorteil, dass ich sie nicht sofort ernten muss. Ich nehme nur so viele Wurzeln wie ich brauche. Die anderen Pflanzen lasse ich zum Weiterwachsen noch stecken. Genauso verfahre ich mit meinen kälteverträglichen Salatsorten: Rucola ist eine sehr dankbare Sorte. Auch seine etwas weniger bekannten asiatischen Verwandten Mibuna und Mizuna vertragen Kälte. Von ihnen ernte ich immer nur einige Blätter. Beim Endiviensalat kommt es ein bisschen auf die Sorte an. Von den breitblättrigen Sorten hast du länger was, da sie kälteresistenter sind als ihre Frisée-Schwestern. Vielleicht hält meiner also noch bis zum Weihnachtsmenü durch?

 

Nur die Harten kommen in den GG-Wintergarten

GG‘ler zu sein, heißt auch, im Winter zu gärtnern J Und: Es ist so einfach! Dazu habe ich eines meiner Beete zu einem GG-Winterkasten umgebaut. In diesem Winterquartier fühlt sich beispielsweise der Palmkohl pudelwohl. Er wächst sehr unkompliziert. Wenn der Frost erst einmal in den Blättern war, schmeckt er – ähnlich wie beim Grünkohl – sogar noch besser. Die größeren meiner Palmkohlpflanzen wachsen, wenn auch nur verhalten, den Winter über weiter. Die kleineren Pflanzen werden so richtig loslegen, wenn im Frühjahr die Temperaturen milder werden. Wer kein Fan von Palmkohl ist, nimmt einfach Mangold. Er schmeckt natürlich ganz anders, aber seine Temperatur- und Wachstumsgewohnheiten sind dem Palmkohl ähnlich.

Ebenfalls kälteverträglich ist die Wintererbse. Schon ihr Name verrät, welche Jahreszeit ihr überhaupt nichts ausmacht. Im Winter wächst sie nur noch gemächlich. Aber sie tut es und die jungen Triebe schmecken sehr lecker. Einfach abknipsen, kurz anbraten oder im Smoothie oder Salat verarbeiten.

 

Säen im Herbst?

Natürlich ändert auch ein GG nichts an den Keimterminen des Saatgutes. Im Herbst lässt sich kaum noch etwas aussäen. Ausnahme: Mit einem unbeheizten Treibhaus oder einem GG-Winterkasten lässt sich noch etwas zaubern. Mit Feldsalat oder Spinat versuche ich es auch noch im Herbst. Falls es den Samen doch schon zu kalt sein sollte, sprießen sie im Frühjahr von allein. Mein Geheimtipp zum Säen im Herbst: Winterportulak. Nie gehört? Wie gut, dass du ihn in unserer Samenschachtel „kälteverträglich“ findest. Der Samen braucht gerade mal 10 Grad, um zu keimen, und nach etwa fünf Wochen kannst Du schon das erste Mal ernten. Und dann wieder und wieder und wieder. Diese Vitaminbombe, gespickt mit Mineralstoffen und Omega-3-Fettsäuren, bringt mich durch den Winter – ob im Smoothie, Salat, kurz gekocht oder im Eintopf.

Wenn ich gerade dabei bin, meinen GG-Kasten für den Winter fit zu machen, pflanze ich direkt ein paar Knoblauchzehen in ein freies Feld. In meinem Fundus habe ich außerdem noch einige Blumenzwiebeln gefunden, die ich ebenfalls ins Substrat stecke. Die Vorfreude auf das Frühjahr fängt direkt mit an zu wachsen. Denn im Gegensatz zu den traditionellen Gemüsegärten in meiner Nachbarschaft, werde ich im Frühjahr viel früher mit einer grün-bunten Mischung belohnt!

Vielleicht habe ich Euch ein paar Ideen für den Winter mit auf den Weg geben können! Viel Spaß bei der winterlichen Ernte wünscht Euch

Eure

Sig Uta