Kirschtomaten – Red Cherry – Cerise 

 Solanum lycopersicum – Familie der Nachtschattengewächse

Samen vorziehen:       Anfang bis Mitte April

Pflanzen ins Freiland: Ende Mai

Keimzeit:                    7-10 Tage

Keimtemperatur:       21 Grad

Zeit bis zur Ernte:       16 Wochen

Besonderheit:             wächst gut im Freiland

GG-Samenpackung:    „Kletterpflanze“ (enthält: Kirschtomate „Red Cherry-Cerise, Kletterzucchini „Black Forest F1“, Salatgruke „Marketmore“, dickfleischige Stangenspeckbohne „Neckarkönigin“, Stangenschnittbohne „Helda“, Zuckerschote „Heraut“)

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Tomaten sind – im Vergleich zu den anderen Gemüsesorten im GG-Sortiment – ein bisschen anspruchsvoll. Aber der Aufwand lohnt sich wirklich! Schon beim Gedanken an die vollen Trauben der süßen Kirschtomate will ich sofort loslegen. Gartencenter und Gärtnereien bieten häufig unglaublich viele Sorten an Tomatensamen oder vorgezogener Pflänzchen an. Allerdings vertragen die meisten das Freiland nicht besonders gut. Kälte und Nässe mögen die Pflanzen in der Regel nicht, daher ziehen konventionelle Gärtner Tomaten am liebsten im Treibhaus groß. Aber was wäre der Geniale Gemüsegarten ohne eine geeignete Tomate für den GG-Kasten?

 

Vorziehen

Auch unsere Sorte „Red Cherry“ kommt nicht ohne das Vorziehen auf der Fensterbank aus. In unseren Breiten ist es im Frühjahr einfach zu kalt für die wärmeliebende Tomate. Damit dein vorgezogenes Pflänzchen bis Ende Mai soweit ist ins Freiland umzuziehen, solltest du Ende März, spätestens aber Mitte April mit der Aussaat beginnen. Dafür brauchst du folgende Utensilien:

  • Samentütchen
  • Sieb
  • Schüssel mit Wasser (groß genug, damit das Sieb hineinpasst)
  • Plastikdose mit Deckel (mind. 5 cm hoch)
  • Feinkörniges Vermiculit (Granulatartiges, natürliches Tonmineral, das auch im GG-Substrat enthalten ist. Du kannst es bei uns im Shop bestellen.)

Als erstes misst du ab, wieviel du von dem Vermiculit brauchst: Deine Plastikdose sollte zu 1/3 der Höhe gefüllt sein. Dann schüttest du das Vermiculit in das Sieb und hängst es für einen Augenblick in die Schüssel mit Wasser. Das Granulat saugt sich jetzt mit Wasser voll. Das erkennst du mit bloßem Auge, denn das Vermiculit nimmt eine dunklere Farbe an. Nimm das Sieb aus dem Wasser und lasse das Vermiculit kurz abtropfen. Die Schüssel mit dem Wasser kannst du jetzt beiseite stellen.

Fülle eine Schicht von 2-3 cm Vermiculit in die Plastikdose. Lege darauf die dreifache Menge an Samen, die du später als Pflanzen in den GG-Kasten setzen möchtest. Warum? Sicher ist sicher! Zum einen kannst du nie so genau planen, wie viele Samen tatsächlich keimen. Zum anderen hast du eine gute Auswahl unter den Keimlingen, falls sich alle Samen entwickelt haben. Dann nimmst du natürlich die größten und stärksten. Die Samen deckst du mit einer dünnen Schicht Vermiculit ab. Verschließe die Dose mit dem Deckel. Damit bleibt die Feuchtigkeit in der Dose und du brauchst dir keine Gedanken über das Gießen machen. Stelle die Dose an einen warmen Ort – allerdings nicht auf die Heizung, sonst wird es den Samen zu heiß! Sie keimen bei 21 Grad, also Zimmertemperatur. Decke die Dose zur Abdunklung zusätzlich mit einem Küchentuch ab. Die meisten Gemüsesorten sind Dunkelkeimer.

In meinem YouTube Film „Tomaten vorziehen“ zeige ich dir ganz anschaulich, wie du es am besten machst!

Keimlinge

Nach 3-10 Tagen entwickeln sich die Keimlinge. Schaue täglich nach, ob sie schon ihre Köpfchen aus dem Granulat stecken. Spannend! Falls das so ist, nimm das Tuch ab und stelle die Dose an einen hellen Platz. Lasse sie weiterhin verschlossen und beobachte deine erste Tomatenaufzucht. Sind alle Samen aufgegangen? Herzlichen Glückwunsch! Bis die Keimlinge an den Deckel der Dose stoßen, brauchst du nichts weiter zu tun.

 

Pikieren

Das Pikieren bezeichnet das Vereinzeln von engstehenden Keimlingen. Dafür brauchst du:

  • Kleine Papprollen, am besten von Toilettenpapier (für jeden Keimling eine WC-Rolle)
  • Plastikschale, in die alle deine Papprollen nebeneinander passen
  • Vermiculit

 

Kürze die Toilettenpapierrollen um 1/3. Die Höhe reicht völlig aus und die Rollen sind immer noch stabil genug. Setze so viele Rollen nebeneinander in die Plastikschale, wie du Keimlinge vorziehen möchtest. Fülle sie zur Hälfte mit dem GG-Substrat auf und feuchte es mit etwas Wasser an.

Lockere die Keimlinge mit einem Löffel vorsichtig aus dem Vermiculit und lege die einzelnen Keimlinge vor dich hin. Jeder Keimling braucht eine eigene Rolle, um sich bestmöglich entwickeln zu können. Setze jeweils einen in eine Rolle und fülle wieder vorsichtig mit dem GG-Substrat auf. Das Substrat kann locker aufliegen. Nicht festdrücken, sonst verletzt du deine kleinen Pflanzen! Schauen aus den Rollen nur noch die Blätter heraus? Dann hast du alles richtig gemacht. Aus dem zarten Stiel, der jetzt im Substrat steckt, entwickelt sich ebenfalls Wurzelwerk. Gib den pikierten Keimlingen vorsichtig Wasser, bis die Kartonrollen ebenfalls durchfeuchtet sind.

Jetzt brauchen die Keimlinge viel Licht, Feuchtigkeit und eine Temperatur von 15-20 Grad. Stelle sie an einen hellen Fensterplatz. Achte darauf, dass die Rollen feucht bleiben, das ist ein gutes Zeichen, dass auch das Substrat ausreichend Wasser hat. Allerdings dürfen sie nicht nass sein! Bei zu viel Wasser fangen die Papprollen an zu schimmeln und das Substrat bekommt nicht ausreichend Luft.

Hier geht’s zu meinem YouTube Film „Tomaten pikieren“ – dort zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du es am besten machst!

 

Erneut umtopfen

Nach zwei Wochen sollten deine Pflänzchen gut angewachsen sein und neue Blätter erscheinen. Jetzt musst du sie noch einmal umpflanzen, um ihnen mehr Raum zu geben. Die kleinen Tomaten-Diven sind anspruchsvoll J

Lass dir die süßen roten Dinger gedanklich schon mal auf der Zunge zergehen, dann nimmst du den Extra-Aufwand gerne in Kauf. Stimmt’s?

Nimm also einen größeren Topf und fülle ihn mit Substrat. In die Mitte bohrst du ein großes Loch. Schneide vorsichtig die Papprolle auf und setze die kleine Tomatenpflanze so tief wie möglich in das Loch. Kannst du das Wurzelwerk sehen? In dem neuen Topf wird es nun noch größer und stärker.

Auch jetzt brauchen die Pflanzen viel Licht und Feuchtigkeit aber nicht mehr so viel Wärme. In einem unbeheizten Treibhaus fühlen sie sich tagsüber am Wohlsten. Falls du das gerade nicht zur Hand hast – wie vermutlich viele GGler – gib ihnen einen hellen Standort in deiner Wohnung. Sie brauchen zum Wachsen mindestens 18 Grad, unter 15 Grad stellen sie das Wachstum ein und bei weniger als 10 Grad sterben sie ab. Daher musst du sie nachts auf jeden Fall wieder ins Haus holen, falls es draußen zu kalt sein sollte.

Abhärten

Im Mai wird es draußen endlich angenehm warm für deine Pflanzen. Spätestens Mitte Mai (Eisheiligen!) ist die Zeit, deine Tomatenpflanzen „abzuhärten“ und sie an das Freiluftleben zu gewöhnen. Gewöhnen bedeutet tatsächlich, dass Deine Pflanzen Zeit brauchen. Den direkten Umzug in den GG-Kasten überleben sie meist nicht. Grund sind die Temperaturschwankungen und auch der Wind.

Stelle deine Pflanzen täglich für einige Stunden nach draußen. Mache das vom Wetter abhängig: Herrschen milde Temperaturen, können die Pflanzen raus, ansonsten warte noch ein paar Tage ab.  Suche eine helle, windgeschützte Stelle aus – allerdings nicht die pralle Sonne. Starte mit einer Stunde am Tag und lasse sie dann immer etwas länger draußen stehen.

Deine Tomatenpflanzen haben jetzt auch mehr Durst. Nach und nach vertragen sie auch mehr Sonne. Nach einer Woche dürfen sie auch über Nacht draußen bleiben, wenn die Temperaturen dauerhaft über 10 Grad bleiben.

 

Und ab in den GG-Kasten

Wow, du hast deine ersten Pflanzen herangezogen – was für ein Erfolg! Ende Mai bis Anfang Juni sind deine Tomaten für ihren Umzug in den GG-Kasten vorbereitet. Jede Tomatenpflanze braucht ein eigenes Feld am Spalier oder Zaun. Hebe mit einer Handschaufel ein tiefes Loch aus und gieße es voll mit Wasser. Auch hier gilt: Je tiefer die Pflanze in die Erde kommt, umso besser für die Entwicklung starker Wurzeln! Fülle rund um die Wurzel mit Substrat auf und drücke die Erde vorsichtig an. Gieße noch einmal den Fuß der Pflanze.

Wachstum und Pflege

Jetzt legt deine Tomate so richtig los mit dem Wachsen. Hilf ihr am Spalier, indem du den Haupttrieb mit Klemmen oder Kabelbindern befestigst. Seitentriebe musst du entfernen, damit die Pflanze alle Kraft in den Haupttrieb stecken kann. „Geiztriebe“ bilden sich in den Blattachseln. Schneide sie einfach ab. Irgendwann zeigen sich endlich die Blütenstängel, an denen später die kleinen Tomaten wachsen. Schau hier in meinem YouTube Film „Tomaten ausgeizen“, wie einfach es geht!

Schaue täglich nach deiner Pflanze: Bei trockenem Wetter musst du ihr jeden Tag etwas Wasser geben. Entferne Unkraut und gelbe Blätter. Damit die Tomate ausreichend Nährstoffe erhält, solltest du ihr einmal im Monat eine Schaufel Kompost gönnen. Verteile sie rund um den Fuß der Pflanze. Der Rest ist natürlich auch Wetter-Glückssache. Tomaten lieben Sonne und warme Temperaturen. In einem sehr verregneten, kalten Sommer kann die Ernte schon mal sehr klein oder ganz ausfallen. Es bleibt Natur….

 

Ernte

Im August sollte es soweit sein: viele rote Kirschtomaten zieren deine groß gewordene Pflanze. Die Tage werden Ende August deutlich kürzer. Damit die verbliebenen Früchte schneller nachreifen, solltest du den oberen Teil der Pflanze abschneiden. Den Schnitt setzt du über dem Blatt oberhalb der letzten Dolde. Die Energie der Pflanze konzentriert sich damit auf die Früchte. So lange das Wetter mitspielt, kannst du ernten bis es kälter wird.

Ab Anfang Oktober solltest du vorsichtig sein: Sinken die Temperaturen, wird als erstes das Laub der Pflanze gelb und dann sogar schwarz. Das ist ein eindeutiges Zeichen, dass auch die Früchte nicht mehr reifen. Ernte alle Tomaten, die bereits eine leichte Farbe angenommen haben. Auch auf der Fensterbank reifen sie in der Sonne nach. Lege eine Banane oder einen Apfel dazu (Tuch darüber), das beschleunigt den Prozess noch: Sie geben das Reifegas Äthylen ab.

Weniger umweltfreundlich, aber trotzdem effektiv ist eine durchsichtige Plastiktüte: Lege die Tomaten hinein, verschließe die Tüte, steche ein paar kleine Luftlöcher hinein und platziere sie auf der sonnigen Fensterbank.

Entferne die abgeerntete Tomatenpflanze aus dem GG-Kasten und richte das Feld neu her. Zeit, um die kälteverträglicheren Gemüse im Beetkasten einzusäen J

Du möchtest auch Kirschtomaten anbauen? Hier geht’s zu noch mehr Info im Shop:

Viel Freude dabei!

Deine

Sig Uta

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