Säen

Im GG säst du die allermeisten Pflanzen direkt ein in deinen Beetkasten. Pflanzen, die nicht unbedingt aus bestimmten Gründen vorgezogen werden müssen (wie z.B. Sommergemüse), empfehle ich dir, auch einfach direkt in die Erde einzusäen. Vorziehen ist dann schlichtweg nicht nötig und häufig auch von nur wenig Erfolg gekrönt! Die „klimatischen“ Bedingungen, die du drinnen schaffen musst, sind einfach sehr komplex:

Nicht zu kalt und trocken, sonst keimen die Samen nicht. Nicht zu warm und feucht, sonst beginnen die Samen zu schimmeln. Keimlinge nicht zu dunkel platzieren, sonst „vergeilen“ sie auf der Suche nach Licht. (Achtung: Auch normales Tageslicht genügt für gesundes Wachstum nicht!) Den Keimling nicht zu warm stellen, sonst geht er ein……Dramen über Dramen… 🙁

Üblicherweise entwickeln sich die Freiland-Gemüsepflanzen viel schneller und vitaler als ihr Brüder und Schwestern, die du zum Jahresbeginn mit aller Liebe versucht hast vorzuziehen. Die investierte Mühe zahlt sich leider nicht unbedingt immer aus.

Manchmal hast du aber einfach keine Wahl und musst vorziehen:

 

Vorziehen

Wenn du z.B. selber Tomaten züchten willst, musst du bis Mitte April spätestens damit beginnen, denn vom bloßen Samenkorn in der Erde bis hin zur ersten Ernte können gut und gerne 4 Monate verstreichen.  Außerdem brauchen Tomaten sehr viel Wärme und Sonnenlicht. Wenn du also erst Ende Mai mit dem Anbau startest, wenn draußen die Temperaturen für Tomaten warm genug sind, dann haben sie schlichtweg nicht mehr genug Zeit zum reifen übrig und deine Ernte fällt aus.

Auch andere Sommergemüse wie Zucchini, Salatgurken oder Kürbis vertragen absolut keine Kälte und du musst sie im Haus oder Gewächshaus vorziehen. Säst du sie erst ein, wenn es draußen für sie warm genug geworden ist, ist es schon zu spät dafür, dass sie noch Früchte bis zur Reife austragen. Du verschaffst dir bei Sommergemüse also einen Zeitvorsprung, der es dir ermöglicht, die Gemüsesorten bereits als Jungpflanzen nach draußen zu setzen. Außerdem verhinderst du auf diese Weise obendrein auch noch, dass die Vögel dir ihre beliebten Samen aus dem Beetkasten picken 🙂

Abhängig von der Gemüsesorte beginnst du also Ende März (Tomate) bis Ende April (Salatgurke, Zucchini, Kürbis) mit dem Vorziehen und setzt die Pflanzen in den Beetkasten ein, sobald sie sich zu kleinen kräftigen Jungpflanzen entwickelt haben. Ich warte mit dem Umpflanzen in den Beetkasten immer bis die Eisheiligen vorüber sind damit es keine Enttäuschungen gibt.

 

Vorziehen in Vermiculit

Im Genialen Gemüsegarten ziehen wir unsere Pflanzen in kleinen Behältern gefüllt mit feinkörnigem Vermiculit vor. Vermiculit ist ein natürliches Tonmineral und speichert sowohl Feuchtigkeit als auch Sauerstoff extrem gut. Es ist eine saubere Sache und tolle Alternative zu Blumenerde.

Wenn die Sämlinge in Vermiculit gut aufgegangen sind, pflanze ich sie in Töpfe mit GG-Substrat um und lasse sie weiter zu Jungpflanzen heranwachsen – das klappt super!

 

Einpflanzen

Typischerweise pflanze ich Petersilie & Co., also alle Kräuter, direkt als Jungpflanzen in meinen Beetkasten ein. Säst du sie selber ein, brauchen sie einfach sehr lange um zu einer Pflanze heranzureifen, von der du ernten kannst. Die Geduld fehlt mir an der Stelle… In Sachen „Kräuter“ rate ich dir, einfach in deinem Gartencenter zu schauen, welche Kräuter dich ansprechen und sie idealerweise in Bio-Qualität als Jungpflanzen zu erstehen. Aber Vorsicht: die Karre im Gartencenter füllt sich rasend schnell… behalte im Auge, wie viele Felder du an Kräuter spendieren möchtest 🙂

Das Einpflanzen von vorgezogenen oder gekauften Pflanzen in deinen Beetkasten könnte einfacher nicht sein:

Mache mit deiner Handschaufel eine Mulde in das Substrat und setze die Pflanzen mit ihren Wurzelklumpen (achtsam, damit das Wurzelwerk keinen Schaden nimmt!) hinein. Substrat wieder zurückschieben und ganz leicht andrücken damit die Pflanze einen guten Stand im Beet hat.

Das war’s schon –  keine Wissenschaft!

 

Pflanzenpflege deiner Einsaat

Ist dein Beetkasten frisch eingesät und die Jungpflänzchen stehen stramm in ihrem Feld, hält sich die nötige Pflege im weiteren Verlauf in Grenzen.

Hauptsächlich besteht sie aus:

Gießen, Keimlinge ausdünnen wo es nötig ist, verirrtes Unkraut und welke Blätter entfernen sowie kontrollieren ob alle Pflanzen gut wachsen. Wirf auch ein Auge auf mögliche Schädlinge, die dir die Ernte vermasseln könnten und achte besonders bei der Boden-Variante des Beetkastens auf Schnecken. Sie überwinden die Seitenwände des Beetkastens prinzipiell sehr viel schlechter als im normalen Beet aber sie können es schaffen. Im Hochbeet ist mir bisher tatsächlich noch nie eine Schnecke begegnet.

Ein Gemüsegarten, ob im Beetkasten oder auf dem freien Feld bleibt ein Stück Natur und in manchen Jahren spielt das Wetter nicht mit oder wir haben mit Plagen zu kämpfen. Dann darfst du nicht verzagen sondern musst es mit Humor sehen und so wie es eben ist: Die Natur macht was sie will!

In einem Jahr wirst du quasi von der Fülle von Zucchini erschlagen, im nächsten Jahr will sie erst gar nicht keimen. In einem Regenjahr fühlen sich die Tomaten sehr unbehaglich und wenn es zu heiß ist, machen Spinat und Salate schlapp. Irgendwas geht immer mega gut und irgendwas auch weniger gut!

So ist das Leben! Auch im Gemüsegarten… – davon lassen wir uns aber nicht die Freude daran nehmen 🙂

PS: Gut lachen haben die GG’ler mit GG-Buch! Darin gibt es unseren Saatkalender, der dir auf einen Blick zeigt, welche Gemüse du wann, wie und wo einsäst/ einpflanzt/ oder vorziehst. Super praktisch!